Projektinformationen

FAKTEN & ZAHLEN

Risiken zum geplanten Industrieprojekt des Europäischen Kompetenzzentrums Frutura für Frucht und Gemüseanbau im Tourismus- & Kurort Bad Blumau


Einleitung

Der Kurort Bad Blumau hat sich touristisch innerhalb einer kurzen Struktur- und Wandlungsphase (15 Jahre) von der landwirtschaftlichen Kleingemeinde zu einer der renommiertesten Tourismusgemeinden in Österreich entwickelt, etabliert und klar positioniert.

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft zählt in der Region zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und hat damit bedeutenden Einfluss auf Wirtschaftswachstum, Einkommen, Beschäftigung und regionale Entwicklung. Insofern profitiert der renommierte Kurort Bad Blumau heute mit mehr als 300 privaten Gästebetten, einem umfangreichen Natur-, Kultur-, Sport- und Freizeiterlebnis sowie einem weit über die Grenzen hinaus bekannten Leitbetrieb: dem Rogner Bad Blumau (650 Gästebette). Die ganze Region hat sich klar auf den Wirtschaftszweig Tourismus spezialisiert (siehe Regionalentwicklungskonzept), Angebote entsprechend der Kernkompetenz geschaffen und gewährleistet damit Wachstum im Sinne von Lebensraum und Lebensqualität auf allen Ebenen  – sozial, wirtschaftlich und touristisch.

Der Grundstein für diese nachhaltige Entwicklung bilden die heißen Thermalquellen des Rogner Bad Blumau, die im natürlichen Kreislauf mehrfach sinnvoll genutzt werden. Das „Elixier Wasser“ als Multiplikator für Mensch, Wirtschaft, Leben und Natur, gilt es zu hüten und in jeder Situation als höchstes Gut anzuerkennen.

Durch das konventionell geplante Projekt eines Europäischen Kompetenzzentrums für Frucht und Gemüseanbau im Ort Bad Blumau ergeben sich auf allen Ebenen unterschiedliche massive Gefahren, welche es angesichts der bestehenden Kernkompetenz Tourismus zu verhindern gilt.

Eine Auflistung dieser Risiken soll Entscheidungsträger veranlassen, die Realisierung dieses Projektes genau zu evaluieren und im Hinblick auf langfristige, sinnvolle und nachhaltige Wertefaktoren eine zielführende Entscheidung zu treffen und diese in Folge auch zu verantworten.

 

Risiken für Landschaft & Natur

  • Es besteht das beträchtliche Risiko, dass es zu einer quantitativen und qualitativen Beeinträchtigung des Tiefengrundwassers der bestehenden Quellen des Rogner Bad Blumau kommt.

    Angaben zur Schüttung
    Schüttung der Heilquelle des Rogner Bad Blumau 20 ltr. / pro Sekunde
    Schüttung gesamt der 5 umliegenden Thermen Bad Radkersburg, Bad Gleichenberg, Loipersdorf, Bad Waltersdorf und Sebersdorf 66,05 ltr. / pro Sekunde

    Schüttung der geplanten Bohrung durch die Firma Frutura 60 ltr. / pro Sekunde

    Geologisches Gutachten zum Nachweis der Risken für die bisher genutzte liegen vor.
     
  • Eine Veränderung des Gleichgewichtes des sensiblen Grundwassersystems und eine Überbeanspruchung der Ressource sind zu erwarten.
  • Unberührte bäuerliche Landwirtschaftsflächen werden zu Industrieland, liebevoll kleinstrukturierte Bauerhöfe treffen auf Großlandindustrie im Ausmaß von 40 Hektar Areal (davon 26 Hektar reiner Glashausbetrieb, Restflächen werden als Infrastruktur verbaut).
  • Eine entsprechend notwendige Anpassung der Infrastruktur und Suprastruktur im Rahmen der Umrüstung auf Industrieland erfordert einen massiven Eingriff in das harmonische Landschaftsbild.
  • Naturerlebnis trifft auf Massenproduktion und konventionellen Vertrieb.
  • Rad-, Wander- und Freizeitwege in und um den Ort Bad Blumau müssen neu umgeleitet und angelegt werden, bzw. werden zukünftig nicht mehr nutzbar sein.
  • Sanfter Tourismus in der Natur trifft auf Agrarindustrie.

 

Risiken für die Umwelt

  • Logistische Anpassungen an das Industriegewerbe fordern einen massiven Transitverkehr im Kurort (14 LKW täglich von Montag bis Sonntag )
  • Erhöhter Ausstoß von CO² ist garantiert und beeinflusst den Kreislauf Mensch, Gesundheit und Natur.

    CO²  Angaben
    24 Tonnen CO²-Gewinnung pro Tag und Verkauf an die Getränkeindustrie in verflüssigter Form durch das Rogner Bad Blumau.
    72 Tonnen CO² Ausstoß / pro Tag in die Atmosphäre durch Düngung der Pflanzen, CO² Ausstoß durch den Einsatz von 14 LKW pro Tag im Rahmen der Logistik der Firma Frutura.
     
  • Die nährhaften Bodenstrukturen, welche zurzeit einen sinnvollen nachhaltigen landwirtschaftlichen Aspekt erfüllen, werden vernichtet.
  • Entwertung der Grundstückspreise in der gesamten Region.
  • Synthetisch mineralische Düngemittel (Zwangsernährung durch Osmoseausgleich) gelangen automatisch in die Nahrungskette.
  • „Erdelose Kultur“ wird vorherrschen,  das heißt, durch Betonieren des Bodens wird der Kohlenstoffkreislauf durchbrochen
  • Aussterben von Nützlingen im Boden und Tötung von natürlichen Bodennährstoffen
  • Kontrast zwischen Europäischen Kompetenzzentrum und regionalem Wertschätzungsfaktoren entsteht.

 

Soziale Risken

  • Allen Privatzimmervermietern im Kurort Rogner Bad Blumau ist eine Wertminderung ihres Angebotes prophezeit, da gerade die Gäste im Ort die Naturlandschaft mit ihrer unberührten Schönheit schätzen.
  • Verlust von rund 320 direkten und 46 indirekten Arbeitsplätzen im Rogner Bad Blumau, sowie weiteren Arbeitsplätzen bei den Beherbergungsbetrieben im Ort (300 Gästebetten) durch die mögliche Beeinträchtigung des Tiefengrundwassers ( keine Therme – keine Gäste  - keine Arbeitsplätze).
  • 32 regionale Zulieferer aus der Region (Umkreise von 100 km) mit einer garantierten Abnahmemenge an regionalen Produkten im Bereich Speisen und Getränke im Gesamtwert von jährlich € 1.390.286,00 sind in Gefahr. Gesamtwert der Abnahmemenge durch das Rogner Bad Blumau von € 20,8 Mio. (in 15 Jahren)
    Diese regionalen Zulieferer beschäftigen durch die hohen Abnahmemengen rund 35 Mitarbeiter als Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte im Ganzjahresbetrieb. (Durchschnittswert berechnet im Arbeiterverhältnis zu Produktionsmenge/Umsatz lt. Statistik Austria).  
  • Verringerung der Lebensqualität durch Agrarindustrie
  • Billiglöhne (Werkverträge) werden gefördert durch die Massenproduktion und gefährden alle derzeitigen Beschäftigten im bestehenden Kollektivvertragsverhältnis.
  • Keine Einbindung der Bevölkerung in das Vorhaben und den Veränderungsprozess.

 

Risken für Wirtschaft & Tourismus

  • Touristisch ist mit einem massiven Rückgang an Gästen zu rechnen, durch die starke Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und des Images „Grünes Herz Österreich als Tourismusland“. Folge: Verlust an wertvollen Marktanteilen im Steirischen Tourismus
  • Einnahmen der Gemeinde durch fehlende Kur- und Nächtigungsabgaben werden ausbleiben, was eine Umstrukturierung der Region mit sich bringt.

    Abgaben, geleistet vom Rogner Bad Blumau:
    *€ 140.000,00 Nächtigungsabgaben pro Jahr (rund 2,1 Mio. in 15 Jahren)
    *€ 140.000,00 Kurabgaben pro Jahr (€ 2,1 Mio.  in 15 Jahren)
    *€ 165.846,00 Kommunalsteuer pro Jahr
          (€ 2,48 Mio. Kommunalsteuer in 15 Jahren)
    *€ 63.791,00 Grundsteuer pro Jahr (Spa Therme Blumau)
                      (€ 956.865,00  in 15 Jahren)
    *€ 5.714,00 Grundsteuer pro Jahr (Steinhaus) (€ 68.568,00 in 12 Jahren)  
    *€ 16.466,00 Tourismusförderbeitrag pro Jahr (€ 246.990,00 in 15 Jahren)
    *€ 260.000,00 Wasser- und Kanalgebühr pro Jahr ( € 3,9 Mio. in 15 Jahren)

    *Gesamtabgaben an die Gemeinde in 15 Jahren: rund € 11,85 Mio.
    (Wertangabe in Euro Ausgangsberechnungsjahr 2011 – sowie Multiplikationsbasis für Gesamtwert seit Bestehen des Rogner Bad Blumau für 15 Jahre / Summenangaben wurden abgerundet / ohne Kommastellen)

    € 485.963 Bundesabgaben lt. Finanzamt/Steuerkonto 2011
    Gesamtsteuerabgaben Bund in 15 Jahren: rund € 7,30 Mio. (öS 101 Mio.)

    Abgaben gesamt in 15 Jahren: rund € 19,15 Mio. (öS 264 Mio.)
     
  • Massiver Werteverlust für die Region durch Unterbrechung des nachhaltigen Wirtschaftsweges im Tourismus
    1995 gab es im Ort 82 Gästebetten mit rund 2.220 Nächtigung pro Jahr
    2012 gibt es 288 Gästebetten in 4 Hotels und bei 23 Privatzimmervermietern (davon 4 gewerblichen) mit rund 40.000 Nächtigungen im Ort Bad Blumau pro Jahr
    1997 (Eröffnung Rogner Bad Blumau im Mai) gab es 33.553 Ankünfte
    2011 gab es 75.910 Ankünfte
    bis 2001 war Bad Blumau eine Abwanderungsgemeinde, ab Eröffnung der Hunderwassertherme ist Bad Blumau eine Zuwanderungsgemeinde.
    Erfüllung aller Voraussetzungen zur Erhaltung des Präditkates „Bad Blumau“.
    Aktive Kurkommission und aktive Tourismuskommission.
    1 Tourismusinformationsbüro mit zwei aktiven Angestellten.
    118 km umfangreich angelegte Rad- und Wanderwege.
    13 ha großen Landschaftspark (Thermenpark) mit Weidendo
  • Landwirtschaftliche Kleinbetriebe werden ihre Produkte auf Basis der begrenzten finanziellen Ressourcen am Markt nicht mehr verkaufsfähig anbieten können
    (Hochwertige Einzelprodukte versus Massenprodukt)  
  • Multiplikatoren wie Gastronomiebetriebe (Wirtshaus, Heurigen …) werden einen Rückgang an Touristen verzeichnen (Folge: Ortszentrum wird still gelegt)

 

Rückfragen:
pr a
Bernhard Salomon
Bernhard.Salomon@pr-a.info
0676 501822